Das Georg Forster-Gebäude wurde im Mai 2013 fertig gestellt und beherbergt vier von sechs Insituten des Fachbereichs 02: das Institut für Erziehungwissenschaft, das Institut für Soziologie, das Institut für Politikwissenschaft und das Institut für Publitzistik.
Dazu befinden sich das Dekanat und das zentrale Prüfungsamt des Fachbereichs 02 in diesem Gebäude.
Ebenso sind hier das Institut für Kunstgeschichte vom Fachbereich 07 und die Bereichsbibliothek sowie eine Mensaria des Studierendenwerks untergebracht.
Hier können Sie alle auf der Fassade gedruckten Zitate lesen.
Der Fachbereich 02 hat sich entschlossen, das neue Gebäude für die Sozialwissenschaften, die Kunstgeschichte und die Bereichsbibliothek nach Georg Forster zu benennen, da er zum einen eine bedeutende Mainzer Persönlichkeit ist und zum anderen mit seinem Leben starke Bezüge zu den im Haus vertretenen Fächern und der Bibliothek aufweist.
Georg Forster, geboren 1754 in Nassenhuben bei Danzig, gestorben 1794 in Paris, war Naturforscher und umsegelte die Welt mit Kapitän James Cook, später bereiste er den Niederrhein mit dem jungen Alexander von Humboldt. Er war als Journalist und Essayist tätig und fertigte zahlreiche Zeichnungen von exotischen Pflanzen und Tieren an. Im Rahmen seiner Reisen studierte er fremde Völker und war darüber hinaus im Rahmen der Mainzer Republik politisch aktiv. Schließlich hatte er ab 1788 das Amt eines Mainzer Universitätsbibliothekars inne.
Hier können Sie ausführlichere Informationen über Georg Forster lesen.
Der Neubau für die Sozialwissenschaften verbindet das Philosophicum mit der Zentralbibliothek und ist ein wichtiger Meilenstein in der urbanen Entwicklung des Gutenberg-Campus. Dieses Gebäude-Ensemble, das den Namen des Mainzer Naturforschers Georg Forster trägt und im Mai 2013 fertiggestellt wurde, verspricht eine nachhaltige Verbesserung der Rahmenbedingungen für Forschung und Lehre, um das große Potenzial der Geistes- und Sozialwissenschaften in Mainz noch weiter zu entwickeln und nutzbar zu machen.
53,4 Millionen Euro investierte das Land Rheinland-Pfalz in dieses fünfgeschossige Gebäude, in dem rund 7.000 Studierende sowie ca. 180 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter lehren, lernen und forschen.
Die moderne Architektur mit großzügiger Verglasung integriert auf einer Nutzfläche von 10.574 Quadratmetern fünf Institute und Funktionsbereiche wie Bibliothek und Mensa, 20 Seminarräume, drei PC-Pools und 225 Dienstzimmer.
Die Bibliothek ist als „Open Space Library“ konzipiert und erstreckt sich mit einer Hauptnutzfläche von 3.850 Quadratmetern über zwei Geschosse. Die Ebenen sind über einen großen Luftraum miteinander verbunden und werden zusätzlich über einen begrünten Innenhof belichtet.
Das Georg Forster-Gebäude wurde als so genanntes Drei-Liter-Haus konzipiert. Energieeffizienz heißt hier: Es werden lediglich 30 kWh pro Quadratmeter Nettogrundfläche an jährlicher Heizenergie benötigt. Photovoltaikanlagen dienen der solaren Stromerzeugung, denn mit einer Globalstrahlung von über 1.060 Kilowattstunden pro Quadratmeter ist Mainz hierfür ein guter Standort.
Die Südseite des Georg Forster-Gebäudes beeindruckt durch eine Glasfassade, auf der Bäume und Schrift gedruckt sind. Der Text auf dieser Glaswand gibt berühmte, richtungsweisende, pointierte oder auch humorvolle Zitate zu den Themen Wissenschaft, Forschung und Erkenntnis wieder – rund 500 Aussagen von 250 klugen Köpfen. Die Sammlung ist weder chronologisch geordnet noch erhebt sie einen Anspruch auf Vollständigkeit. Nicht alle Zitate stammen von Wissenschaftlern und nicht alle sind in Wortlaut oder Inhalt historisch gesichert. Vorrangiges Ziel dieser Sammlung ist es nicht, Aussagen historisch exakt darzustellen, sondern die über Jahrhunderte andauernde erkenntnistheoretische Debatte in der Wissenschaft zu skizzieren und die sich darin dokumentierende fortschreitende Reflektion sichtbar zu machen. Es ist ein Kaleidoskop kurzer und prägnanter Aussagen, die zum Verweilen und Nachdenken anregen sollen – manchen mag man beipflichten, anderen mag man widersprechen.
Zahlreiche Kolleginnen und Kollegen der in diesem Haus beheimateten Fächer haben zu dieser Sammlung wertvolle Anregungen beigesteuert. Mögen diese Fensterscheiben es dem einen oder anderen Betrachter ermöglichen, die Dinge leichter zu durchschauen.
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Die Zeilenführung der Glasbedruckung folgt formal den Ziegelreihen des Hauptbaukörpers und komplettiert den Gebäudekubus nach Süden. Hinterlegt ist der Text mit einer Baumstruktur, die die Stimmung des Wäldchens vor dem Georg Forster-Gebäude und der Universitätsbibliothek wieder aufnimmt. Die gesamte Bedruckung besteht aus Keramikfarbe, reflektiert das Sonnenlicht und schützt so den Innenraum vor der Sonne. 50 Prozent der Glasfläche sind bedruckt. Die thermische Wirkung der Fassade wurde vorher durch Simulation bestimmt.
Idee und Auswahl der Texte:
Gregor Daschmann
Redaktion und Recherche:
Richard Lemke
Tragwerksplanung:
IBC Ingenieurbau-Consult GmbH, Mainz
Südverglasung/Umsetzung Glasdruck:
INTEROANE GLAS INDUSTRIE AG Hoffmann GTD Glas-Technik-Design
Entwurf, Planung, Realisation:
Kühnl + Schmidt Architekten AG
Typographie und Satz:
Thorsten Zeman-Zachar